Pressemitteilungen Nord-Süd Stadtbahn Köln

Pressemitteilung teilen
11.02.2010 Arge Los Süd, KVB und Stadt Köln zu neuen Untersuchungsergebnissen

Im Rahmen der von der KVB veranlassten Untersuchungen zum Umfang der nicht ordnungsgemäß ausgeführten Bewehrung der Schlitzwandlamellen an den Bauwerken der Nord-Süd Stadtbahn Köln am Waidmarkt, am Heumarkt und am Rathaus wurden an der Haltestelle Heumarkt in der Nacht zu Donnerstag zwei Schlitzwandlamellen teilweise geöffnet, um die Bewehrung in Augenschein nehmen zu können.

Ziel war es, den von der Staatsanwaltschaft untersuchten Verdacht, dass dort zu wenig Stahlbügel eingebracht wurden, zu überprüfen. Die Untersuchung ergab, dass an diesen beiden Lamellen zum Teil nur 17 Prozent der vorgesehenen Stahlbügel verbaut wurden. Die Baubeteiligten, Arge Los Süd und KVB sowie die Stadt Köln und auch die Bezirksregierung Düsseldorf als Technische Aufsichtsbehörde für Straßenbahnen (TAB), nahmen diese unerwartete Erkenntnis zum Anlass, sofort zu handeln:

Sämtliche in das Projekt eingebundene Experten sowie der externe Prüfingenieur und der Gutachter des TÜV Rheinland/ LGA Bautechnik überprüften die Situation mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Dabei wurden die Erkenntnisse der Lamellenprüfung am Heumarkt auch für die Baustellen am Waidmarkt und am Rathaus angenommen, da dort ebenfalls der unzureichende Einbau von Stahlbügeln befürchtet werden muss.

Zeitgleich tagte ein Gremium mit allen Beteiligten, an dem auch Oberbürgermeister Jürgen Roters und Stadtdirektor Guido Kahlen sowie die Kölner Berufsfeuerwehr teilnahmen, das die gewonnenen Erkenntnisse ständig bewertete und die aktuelle Situation beurteilte.

Die Experten kamen übereinstimmend zu folgenden Feststellungen: In der Baugrube Waidmarkt gibt es selbst bei einer extrem geringen Bestückung der Schlitzwandlamellen mit Verbindungsbügeln aufgrund der nach dem Unglück getroffenen baulichen Maßnahmen kein Problem.

Dasselbe gilt für die zukünftige Haltestelle Rathaus: Das Bauwerk ist so weit fertiggestellt, dass der Bauzustand der Schlitzwände keinen Einfluss mehr auf die Standsicherheit hat.

Für die Haltestelle Heumarkt sind die momentan bestehenden Belastungen der Schlitzwände deutlich geringer, als dies in vorangegangenen Bauphasen der Fall war. Die größte Belastung auf die seitlichen Schlitzwände bestand Ende 2008, als die Baugrube komplett ausgehoben, aber darin noch kein Rohbau vorhanden war. Die Schlitzwände am Heumarkt weisen keine Risse oder Abplatzungen auf und sind wasserdicht.

Der Beton weist eine höhere Qualität auf als die normal geforderte, was von großer Bedeutung für die Tragfähigkeit der Wände ist. Dies ist am Dienstag durch Entnahme von Proben überprüft worden.

Zudem sind im unteren Bereich der Baustelle bereits die Wände und die Sohle des Bauwerks fertig. Dies stabilisiert die Baustelle. Alle Experten der Arge Los Süd, der KVB, der TAB und des TÜV Rheinland/ LGA Bautechnik sind sich einig, das keine Einsturzgefahr besteht.

Dies stützt sich auch auf die Aussage des Prüfingenieurs. Um in jedem Fall weiterhin die größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können und möglicherweise weitere Erkenntnisse zu gewinnen, werden alle Untersuchungen und Messungen kontinuierlich fortgesetzt.

Darüber hinaus wird der Ausbau planmäßig fortgesetzt. Jeder weitere Ausbau reduziert die Bedeutung der Schlitzwände. Der Verkehr wird durch die vorgesehenen Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt, die Bahnen fahren wie gewöhnlich.

Auch die Schul- und Veedelszüge sowie der Rosenmontagszug sind nicht betroffen und können ohne Beeinträchtigung durchgeführt werden.





zurück zur Übersicht