Kundenmagazin KölnTakt
Wieder mehr Fahrgäste in Bus und Bahn
Erfreuliche Bilanz 2025:
237,5 Millionen Fahrten mit der KVB – Zahl der Stammkunden deutlich gestiegen
KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks konnte eine erfreuliche Bilanz der Fahrgast-Entwicklung 2025 ziehen: Nachdem die Fahrgastzahlen in den Jahren 2023 und 2024 nahezu konstant geblieben waren, gab es im vorigen Jahr wieder ein leichtes Plus zu verbuchen. Rund 237,5 Millionen Fahrten wurden im vorigen Jahr mit den Bahnen und Bussen der KVB unternommen, etwa 1,3 Millionen (0,6 Prozent) mehr als 2024. Die Zahl der Stammkunden ist von 334.700 auf 354.800 (plus 6 Prozent) gestiegen.
„Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und danken unseren Fahrgästen für ihre Treue angesichts einer nach wie vor noch nicht zufriedenstellenden Betriebsqualität“, so Stefanie Haaks. „Die betrieblichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unser Unternehmen waren 2025 unverändert schwierig. Aber wir sind vor allem bei der Personalgewinnung, der Fahrpersonalausbildung, der Modernisierung unserer Fahrzeugflotte und der Kundeninformation wesentliche Schritte gegangen, um unsere Position als der umwelt- und klimafreundliche Mobilitätsdienstleister in Köln und der Region zu stärken.“
Alle Einschränkungen im Busbereich zurückgenommen
Die erfreulichste Nachricht: Die Anstrengungen bei der Personalgewinnung und die Erweiterung der Ausbildungskapazitäten im Fahrdienst zeigen bemerkenswerte Erfolge.
Stefanie Haaks: „Die Personalsituation hat sich 2025 deutlich entspannt. Im Busbereich haben wir im Sommer bereits alle Fahrplaneinschränkungen zurückgenommen, und auch bei der Stadtbahn konnten wir Anfang 2026 wieder zusätzliche Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende anbieten. Dass wir im Stadtbahn-Betrieb noch nicht wieder den kompletten Regelfahrplan anbieten können, hängt mit der nach wie vor unbefriedigenden Fahrzeug-Verfügbarkeit zusammen. Die Auslieferung der neuen Stadtbahn-Fahrzeuge verzögert sich bekanntermaßen um Jahre. Stadtbahnen, die eigentlich ausgemustert werden sollten, müssen für erhebliche Summen ertüchtigt werden, und die Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung verschärfen die Situation zusätzlich.“
Die Steigerung der Fahrgastzahlen ist im Wesentlichen auf eine Zunahme des Deutschlandtickets sozial zurückzuführen (ein Plus von rund einer Million Fahrten). Beim Deutschlandticket Job gab es einen leichten Rückgang, der jedoch durch Steigerungen des regulären D-Tickets mehr als ausgeglichen wurde. Mehr als 97 Prozent der Stammkunden sind inzwischen mit einem Deutschlandticket unterwegs.
Eine erfreuliche Entwicklung gab es auch bei den Verkehrserlösen: Sie stiegen um 9,6 Prozent von 244, 5 Millionen Euro auf 267,9 Millionen Euro.
Stefanie Haaks: „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Verbesserung unserer Betriebsqualität und der Fahrgastinformation. Die große Herausforderung der nächsten Jahre wird es sein, im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen der Mobilitätswende und den wirtschaftlichen Zwängen der Stadt und des Stadtwerke-Konzerns den ÖPNV weiterzuentwickeln. Dafür brauchen wir einerseits die notwendigen Finanzmittel, aber auch ein schlagkräftiges, engagiertes #TeamHerzschlag, auf das schon in den vergangenen Jahren immer Verlass war. Daher ein großer Dank an alle Mitarbeitenden, die Tag für Tag mit Herzblut, Einsatz und Expertise unser Unternehmen voranbringen.“
Matthias Pesch
Kollisionswarnsystem im Test
Zwei Stadtbahnen sind mit der neuen Technik ausgestattet
Zur Vermeidung schwerer Unfälle testet die KVB ein Kollisionswarnsystem für Stadtbahnen. Für zwei Monate werden jeweils eine Hochflur- und eine Niederflurbahn mit dem System des österreichischen Herstellers „Eyyes“ ausgestattet. Denn künftig werden alle neuen Bahnen über ein Kollisionswarnsystem verfügen. In den kommenden sechs Jahren wird etwa die Hälfte des Fuhrparks erneuert, sowohl die Niederflurbahnen des Herstellers Alstom als auch die Hochflurbahnen von Stadler werden über ein Kollisionswarnsystem verfügen.
Der Test von „Eyyes“ hat bereits begonnen, in den beiden ausgewählten Bahnen ist im oberen Bereich der Frontscheibe eine Kamera eingebaut worden. Diese erfasst den Bereich vor dem Fahrzeug, das eingesetzte Computersystem berücksichtigt dabei die aktuelle und vorausberechnete Bewegungsrichtung der erkannten Objekte. Wird eine Gefahr erkannt, blinkt eine Warnlampe auf und es ertönt ein akustischer Warnton. „Ein automatischer Bremseingriff erfolgt nicht, die Fahrerinnen und Fahrer haben aber unter Umständen die Chance, früher auf Gefahren zu reagieren“, erklärt Oliver Borchers, Leiter Fahrzeugbeschaffung Stadtbahn.
Die Zahl der Stadtbahnunfälle hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, im Jahr 2022 wurden 476 Unfälle registriert, im Folgejahr 536 und im Jahr 2024 waren es 545 Unfälle. Entsprechend gestiegen ist auch die Zahl der Unfallschäden. In den vergangenen Jahren wurden bereits vielfältige Maßnahmen zur Unfallprävention ergriffen. Einige Unfallschwerpunkte wurden durch Warnschilder oder bauliche Veränderungen entschärft. Auch die sperrigen Kupplungen im Frontbereich der Bahnen lassen sich inzwischen einklappen, wodurch Unfälle meist glimpflicher verlaufen als früher.
Nun wird getestet, wie sich das Kollisionswarnsystem im Betriebsalltag bewährt. Wie reagiert das System beispielsweise, wenn Fußgänger am Neumarkt noch schnell vor der Bahn über die Gleise laufen? Oder wenn die Linie 7 durch die Fußgängerzone in Frechen rollt? Oder wenn die Linie 13 auf dem Lindenthalgürtel im Stau steht? „Wir sind auf die Erfahrungen unseres Fahrpersonals gespannt. Denn in einer zweiten Ausbaustufe könnte das System auch eigenständig eine Betriebsbremsung durchführen, wenn unser Fahrpersonal nicht auf die Warnsignale reagiert. Das macht aber nur bei wirklichen Gefahrensituationen Sinn“, erklärt Borchers.
Helge Neumann und Thorsten Moeck
Abbrucharbeiten auf dem Norton-Gelände fast beendet
Auf dem Areal in Wesseling entsteht in den nächsten Jahren ein neuer Stadtbahn-Betriebshof
Die Abbrucharbeiten auf dem Norton-Gelände stehen kurz vor dem Abschluss. Die KVB baut auf dem Areal der Industriebrache zwischen Vorgebirgsstraße und Kronenweg in Wesseling einen neuen Betriebshof, der den derzeitigen Betriebshof auf dem Gelände der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) in Wesseling ablösen soll. Mit diesem Betriebshof will die KVB die Abstell-, Werkstatt- und Personalkapazitäten deutlich vergrößern, um Qualität und Effizienz des Stadtbahn-Betriebes zu verbessern.
Inzwischen wurden sämtliche Hochbauten, Fundamente und Keller vollständig zurückgebaut. Die freigelegten Fundamente waren teilweise deutlich größer als in den Bestandsunterlagen dokumentiert. Daher mussten leistungsstärkere Bagger eingesetzt werden, um die Abbrucharbeiten fachgerecht durchzuführen. Im angrenzenden Forstbereich wurden zudem weitere, nicht in den Bestandsunterlagen verzeichnete Fundamente entdeckt.
Bauschutt wurde umweltgerecht recycelt
Der anfallende Bauschutt wurde umweltgerecht recycelt und zur Verfüllung der entstandenen Baugruben verwendet. Das restliche recycelte Material wird im weiteren Bauverlauf verwendet. In einem letzten Schritt müssen jetzt die Schienen sowie die asphaltierten Fahrwege demontiert werden, bevor das Gelände planiert und abgezogen wird. Das historische Norton-Logo wurde bereits gesichert und für eine spätere Nutzung vor Ort fachgerecht eingelagert. Ebenfalls wurden Klinker aus der ehemaligen Fassade aufbereitet und zur weiteren Verarbeitung vorbereitet. Insgesamt kann eine Fläche von ca. 500 m2 aus den recycelten Klinkern hergestellt werden. Wie wirksam die Maßnahmen zum vorbeugenden Vogelschutz sind, wird in der kommenden Brutsaison überprüft. Die Ergebnisse dieser Beobachtung fließen in die weitere Planung ein, um sicherzustellen, dass alle ökologischen Auflagen erfüllt werden. Entlang der angrenzenden Bahntrasse wurde zudem ein Reptilienschutzzaun errichtet. Dieser dient als Barriere, um die Ansiedlung von Echsen und anderen geschützten Reptilienarten auf der Fläche zu verhindern und die artenschutzrechtlichen Vorgaben einzuhalten.
Grundlagen für die künftige Nutzung erarbeitet
Parallel werden die Grundlagen für die künftige Nutzung des Geländes erarbeitet. In Workshops wurden die zukünftigen Anforderungen und Bedarfe detailliert ausgearbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen aktuell in die Vorplanung ein und bilden die Basis für die weiteren Planungsschritte. So ist sichergestellt, dass der Standort den zukünftigen Anforderungen gerecht wird und nachhaltig genutzt werden kann.
Festgelegt wurde, dass auf dem Gelände ein Abstell- und Werkstattstandort realisiert werden soll.
Nach jetzigem Planungsstand soll die erste Baustufe 2031 fertiggestellt sein. Dann wird der Betriebshof von seinem alten Standort umziehen; der weitere Ausbau findet anschließend statt.
Manuel Franke und Matthias Pesch
Umfangreiche Baumaßnahmen von Deutz bis Bensberg
Fahrgäste auf den Linien 1, 7 und 9 müssen sich im Laufe des Jahres auf Einschränkungen einstellen
Im Laufe dieses Jahres kommen betriebliche Änderungen auf die Fahrgäste der Linie 1, aber auch der Linien 7 und 9 zu. Insbesondere in den Oster-, Sommer- und Herbstferien werden zahlreiche Baumaßnahmen im rechtsrheinischen Stadtgebiet gebündelt durchgeführt. Dafür sind die Trennung der genannten Linien sowie ein Ersatzbusverkehr notwendig. Aber auch die Linien 3 und 4 sowie das KVB-Rad können als Alternativen genutzt werden.
Die KVB wird entlang der Linie 1 die Schieneninfrastruktur – Schienen, Schwellen, Weichen, Schotter –, die Oberleitungsanlagen, Signal- und Kommunikations-Technik erneuern. Hinzu kommt die Sanierung von Bahnübergängen, von Betonbauwerken, die Anlage neuer Kanäle etc. Gearbeitet wird in Merheim, Brück, Refrath und Bensberg. Damit wird die Qualität des Stadtbahnbetriebs auf der Linie 1 langfristig gesichert. Im Bereich der Haltestelle „Im Hoppenkamp“ (Bensberg) zum Beispiel wurde bereits mit vorbereitenden Arbeiten zur Anlage einer Regenwasserversickerung begonnen.
Die Stadt Köln wird an der Mindener Straße in Deutz ein Hochwasserschott in die Infrastruktur der Stadtbahn einbauen. Dieses Schott soll bei Hochwasser das Eindringen von Wasser in den dort beginnenden U-Bahn-Tunnel verhindern und somit die Infrastruktur schützen. In den Osterferien werden vorbereitende Arbeiten hierzu durchgeführt, der eigentliche Einbau des Schotts findet im Sommer dieses Jahres statt. Des Weiteren wird die U-Bahn-Station „Bahnhof Deutz/Messe“ saniert und brandschutztechnisch ertüchtigt. Auch diese Arbeiten beginnen in den Osterferien. Im Sommer werden zudem Arbeiten an der rechtsrheinischen Auf- und Abfahrt der Deutzer Brücke stattfinden. Hier werden unter anderem Fugen erneuert.
Durch die Arbeiten an der Deutzer Brücke und am U-Bahn-Tunnel sind auch die Stadtbahn-Linien 7 und 9 betroffen.
Erste Trennungen der Linien 1 und 9 finden in den Osterferien statt
Die Stadtbahn-Linien 1 und 9 werden im Zeitraum von Samstag, 28. März, bis Sonntag, 12. April, zwischen den Haltstellen „Heumarkt“ bzw. „Neumarkt“ und „Bahnhof Deutz/Messe“ getrennt. Diese Trennungen in den Osterferien sind die erste Unterbrechung des Betriebs dieser Linien im Jahr 2026, um die umfangreichen Baumaßnahmen der KVB und Stadt Köln gebündelt vornehmen zu können.
Im genannten Zeitraum fahren die aus Bensberg bzw. Königsforst kommenden Bahnen der Linien 1 und 9 lediglich bis zur Haltestelle „Bahnhof Deutz/Messe“ und wieder zurück. In der U-Bahn-Station kann aufgrund der brandschutztechnischen Ertüchtigung jeweils nur ein Gleis genutzt werden; dieses wechselt im Laufe des Baufortschritts. Die Fahrgäste müssen sich somit vor Ort über die dortige Wegeführung entsprechend orientieren.
Die aus Weiden kommenden Bahnen der Linie 1 fahren im genannten Zeitraum lediglich bis zur Haltstelle „Heumarkt“ auf ihrem regulären Linienweg und werden dann auf den Weg der Linie 7 bis zur Haltestelle „Baumschulenweg“ in Poll umgeleitet. Von dort fahren sie anschließend zurück in den Kölner Westen.
Die aus Sülz kommenden Bahnen der Linie 9 werden im genannten Zeitraum bis zur Haltestelle „Neumarkt“ geführt, drehen dort über die Nordseite des Neumarktes und fahren dann zurück in Richtung Sülz.
Ersatzbusverkehr, Linien 3 und 4 sowie das KVB-Rad sichern die Mobilität
Im nicht durch Stadtbahnen befahrenen Streckenabschnitt wird ein Ersatzbusverkehr mit der Linienkennung „101“ eingerichtet. Die Busse halten zwischen Neumarkt und KoelnMesse an insgesamt fünf Haltestellen. Für den zirka 3,3 Kilometer langen Weg je Fahrtrichtung benötigen die Ersatzbusse jeweils zirka elf Minuten.
Als Alternativen stehen den Fahrgästen des Weiteren die Stadtbahn-Linien 3 und 4 zur Verfügung, die auch an den Haltestellen „Bahnhof Deutz/LANXESS arena“ (oberirdisch) und „Neumarkt“ (in der U-Bahn-Station) halten. Zudem können die KVB-Räder genutzt werden, die Kunden mit klassischen VRS-Abos und dem bei der KVB abonnierten Deutschlandticket bis zu 30 Minuten je Fahrt kostenlos ausleihen können.
Die Linie 7 ist in den Osterferien noch nicht betroffen, muss aber im Sommer getrennt werden. KVB und Stadt Köln informieren jeweils rechtzeitig vor den einzelnen Bauphasen über die anstehenden Arbeiten und verkehrlichen Veränderungen.
Stephan Anemüller
Schwerarbeit in Porz
Für den Betrieb von E-Bussen entsteht eine Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet
Die KVB stellt Stück für Süück ihre Bus-Linien auf E-Bus-Betrieb um. Auch wenn die Batterien der E-Busse inzwischen viel leistungsfähiger sind, als es die ersten vor etwa zehn Jahren waren, wird insbesondere für langlaufende Bus-Linien noch Ladeinfrastruktur an den Endhaltestellen benötigt. Hier werden die E-Busse nachgeladen, während die Fahrerinnen und Fahrer ihre Pause machen.
Im Bereich der Haltestelle „Porz Markt“ wird gerade eine solche Ladeinfrastruktur aufgebaut. Dort stehen bereits Masten mit Ladehauben. Nicht weit entfernt hiervon hat das Unternehmen RheinNetz eine neue Transformatorenstation errichtet. Sie bildet das Herzstück für die leistungsstarke Schnellladeinfrastruktur der Elektrobusse vor Ort.
Mitte Januar wurde hierfür ein zweigeteiltes Gebäude angeliefert und mittels eines Schwerlastkrans auf einer vorbereiteten Fläche platziert. Nun werden die Transformatorenstation und die Maste an der Haltestelle noch miteinander verbunden, dann können auch in „Porz Markt“ E-Busse geladen werden.
Bereits elf solcher Stationen sind in den letzten Jahren auf Kölner Stadtgebiet errichtet worden. Vier – einschließlich der neuen Station in Porz – sind noch im Bau bzw. in der Planung. An den Haltestellen „Bocklemünd“, „Weiden Zentrum“ oder „Schüttewerke“ zum Beispiel lassen sich bereits Ladevorgänge beobachten.
Energie für den Busverkehr von morgen
Die neue Gebäudestation wandelt 10.000 Volt Drehstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom um. So können an den drei Schnellladepunkten (Masten) an der Haltestelle „Porz-Markt“ Elektrobusse mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt geladen werden. In wenigen Minuten erhalten die Fahrzeuge damit genügend Energie für ihre nächsten Umläufe – ein entscheidender Faktor für einen zuverlässigen und alltagstauglichen E-Bus-Betrieb.
An der Haltestelle „Porz Markt“ beginnen bzw. enden die Buslinien 151, 152, 154, 160, 161, 162, 165 und 166. Insbesondere die Linien 151 und 152 (beide Porz Markt – Chempark Leverkusen) sind mit rund 25 Kilometern je Fahrtrichtung langlaufende Linien, was Nachladungen im Laufe des Tages notwendig macht.
Präzisionsarbeit beim Aufstellen der Station
Die zweigeteilte Transformatorenstation bringt ein Gesamtgewicht von rund 92 Tonnen mit sich. Allein ein Stationsteil wiegt etwa 56 Tonnen. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse war beim Aufbau höchste Präzision gefragt: Die Station musste mit einer Ausladung von rund 25 Metern an ihre endgültige Position gehoben werden. Zum Einsatz kam deshalb ein Mobilkran der 650-Tonnen-Klasse.
Stephan Anemüller
Training für Bus und Bahn
Die sichere Nutzung des öffentlichen Verkehrs ist für alle möglich –
manche benötigen ein bisschen Hilfe
Nicht weniger als 237,5 Millionen Fahrgäste nutzten im vergangenen Jahr die Busse und Stadtbahnen der KVB. Damit konnte erneut ein Zuwachs verzeichnet werden. Der öffentliche Nahverkehr ist ein „Massengeschäft“. Seine Verkehrsangebote richten sich an alle Menschen in Köln, auch wenn manche mit persönlichen Einschränkungen unterwegs sind.
Eine hervorragende Bilanz des Jahres 2025 kann auch das Team Mobilitätsmanagement der KVB ziehen. Dieses kümmert sich unter anderem um Mobilitätstrainings der verschiedenen Art, um Fahrgästen mit persönlichen Einschränkungen zu helfen – Tipps geben, Verhaltensweisen trainieren und Ängste abbauen.
Primäres Ziel der Präventionsarbeit ist es, Unfälle zu vermeiden. Die meisten Verkehrsunfälle sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen: Unachtsamkeit, Fehleinschätzungen, Regelmissachtung oder Überforderung. Ein weiteres Ziel ist es, das Miteinander unter den Fahrgästen zu fördern. Dies meint unter anderem, den Bewegungsdrang der Jüngeren nicht ausufern und die körperlich eingeschränkten Älteren nicht neben besetzten Sitzplätzen stehen zu lassen.
Neu in 2025 war die Durchführung eines ersten Sicherheitsspazierganges. Zusammen mit go.Rheinland, der Deutschen Bahn, Bahnhofsmission und Bundespolizei konnten im Kölner Hauptbahnhof und in der U-Bahn-Station „Heumarkt“ Ratschläge gegeben und Sicherheitseinrichtungen präsentiert werden. Die Führungen werden in diesem Jahr fortgesetzt (siehe hierzu auch die KölnTakt 01/2026).
Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung im Straßenverkehr
Die Heranwachsenden erlernen Stück für Stück ihre Teilnahme am Verkehr. Mit dem Wechsel in eine weiterführende Schule nimmt meist auch die Bedeutung von Bus und Bahn zu. Doch die Bewegungsmuster passen manchmal noch nicht zum sicheren Fortkommen. Auch können Gefahren nicht immer richtig eingeschätzt werden.
Mobilitätsschulungen „Mit Sicherheit mobil!“ fanden an insgesamt 26 Aktionstagen statt und erreichten etwa 900 Kinder und Jugendliche. Hinzu kamen zehn Besichtigungen des Betriebshofes Merheim. Im Jahr 2025 hat die KVB dabei mit zehn Kindertagesstätten, 26 Grundschulen und 30 weiterführenden Schulen zusammengearbeitet. Hervorzuheben ist die Liebfrauenschule Köln, mit der ein kontinuierlicher Austausch stattfindet und jährlich eine Mobilitätsschulung durchgeführt wird.
Ein besonderes Projekt stellt die Ausbildung von Fairness-Scouts dar. Zurzeit arbeitet die KVB hier mit 20 weiterführenden Schulen zusammen. Junge Menschen werden befähigt, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu einer „geordneten“ Nutzung des öffentlichen Verkehrs zu bringen. Manchmal ist es das Toben auf dem Bahnsteig, manchmal die größere Lautstärke in Bus oder Bahn, die andere nerven oder auch gefährlich sein können. Im Rahmen der Ausbildung wird die KVB von der Kölner Polizei unterstützt. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 256 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Sie absolvieren jeweils in Gruppen von 20 Menschen sechs Trainingseinheiten. Hierbei wird die Erkenntnis genutzt, dass sich junge Menschen manchmal von etwa gleichaltrigen eher etwas sagen lassen als von Erwachsenen.
Mit ein bisschen Hilfe bleiben Senioren fit
Auch Seniorinnen und Senioren haben ihre Ansprüche, um Bus und Bahn langfristig nutzen zu können. Mit zunehmendem Alter nehmen Einschränkungen zu. Das sollte jedoch nicht dazu führen müssen, nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.
Im Jahr 2025 haben insgesamt 35 Mobilitätstrainings für Seniorinnen und Senioren stattgefunden. Hiermit konnten 970 Menschen erreicht werden. Dabei hat die KVB mit 13 Seniorengruppen, Altenheimen, Netzwerken etc. kooperiert. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Seniorennetzwerkes Köln ist hervorzuheben, das die Kontinuität dieses Angebotes ermöglicht.
Insbesondere von zwei größeren Veranstaltungen können Seniorinnen und Senioren profitieren. Jährlich findet ein Mobilitätstag auf dem Neumarkt statt. Hier wird – neben zahlreichen weiteren zielgruppenspezifischen Angeboten – unter anderem auch ein Rollatortraining an einem Bus durchgeführt. Eine Anmeldung als Gruppe ist hierbei nicht erforderlich. In diesem Jahr wird es auch wieder einen Seniorentag im Straßenbahn-Museum Thielenbruch geben (siehe Kurzbeitrag unten).
Angebote für Menschen mit Behinderungen gehören dazu
Auch Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sollen Bus und Bahn ohne größere Hürden nutzen können. Neben der baulichen Barrierefreiheit, an der Stadt Köln und KVB kontinuierlich arbeiten, ist auch die persönliche Befähigung hierbei wichtig.
Im Jahr 2025 haben insgesamt 89 Mobilitätstrainings für diese Zielgruppe stattgefunden. Damit konnten 1.123 Menschen erreicht werden, die ihre Erfahrungen auch an andere weitergeben. Die KVB freut sich, dass die Zusammenarbeit mit GWK Köln, den Reha-Betrieben, Alexianern und den SBK Köln seit langem zuverlässig funktioniert und die Veranstaltungen sehr gut organisiert sind.
Stephan Anemüller
KurzTakt
Aktionstag für Ältere:
Unterwegs im Alter – aber sicher
Die Stadt Köln, Polizei Köln und KVB laden am Samstag, 21. März, zum Aktionstag für Seniorinnen und Senioren ein. Im Straßenbahn-Museum Thielenbruch können sich ältere Menschen von 11 bis 15 Uhr rund um das Thema Sicherheit durch vorbeugende Maßnahmen im Alltag informieren und aktiv beteiligen. Sie können unter anderem ihre Reaktionszeiten am E-Bike-Simulator testen und einen Alltags-Fitness-Test absolvieren. Wer einen Rollator oder Elektrorollstuhl nutzt, hat die Möglichkeit, an einem Sicherheitstraining teilzunehmen.
Es gibt auch Beratungen zu Themen wie Trickdiebstahls- und Betrugsmaschen, Vorsorgevollmacht oder Ehegattennotvertretung. Beratung zu Demenz, Sucht im Alter und Hitzeschutz wird ebenfalls angeboten. Zudem können die Gäste Angebote verschiedener Netzwerke, Vertretungen und Nachbarschaftshilfen kennenlernen und direkt vor Ort Kontakte knüpfen.
Neben den fachlichen Angeboten wird ein Rahmenprogramm mit kostenfreien Führungen durch das Straßenbahn-Museum und Verlosungen für eine virtuelle Freifahrt in der historischen Straßenbahn durch Köln im Jahr 1909 geboten. Von 12 bis 13 Uhr spielt das KVB-Orchester.
Weitere Informationen sind abrufbar unter:
www.stadt-koeln.de/aktionstag-senior-innen
Der Aktionstag wird unterstützt durch die Rundschau-Altenhilfe/Die gute Tat e.V. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Hinweise zur Anreise: Die Stadtbahn-Linien 3 und 13 fahren bis zur Endhaltestelle „Thielenbruch“. Informationen zur Verkehrslage finden sich unter:
www.kvb.koeln/fahrtinfo.
Für eine Anreise mit Fahrrad oder Auto stehen Parkmöglichkeiten (P&R und B&R) zur Verfügung. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.
- STA -
Stadt Köln wechselt
zum Schülerticket Rheinlandtarif
Aktuell können die Schülerinnen und Schüler der städtischen Schulen das Deutschlandticket Schule für all ihre Wege mit dem öffentlichen Nahverkehr nutzen. Im Zusammenhang mit der Einführung des Deutschlandtickets und seiner „Unterprodukte“ hatte das Land Nordrhein-Westfalen den Schulträgern ermöglicht, zwischen dem Deutschlandticket Schule und den herkömmlichen Schülertickets auszuwählen. Es kann, nach den Vorschriften des Landes, jedoch nur ein Ticketmodell angeboten werden.
Der Rat der Stadt Köln hat nun in seiner Sitzung am 5. Februar entschieden, dass mit Beginn des neuen Schuljahres 2026/2027 ab dem 1. August der Schulträger Stadt Köln für weiterführende Schulen in das neue „Schülerticket Rheinland Subventionsmodell“ wechselt. Dies wird 30,20 Euro pro Monat und Nutzer kosten.
Zuvor war der Preis des Deutschlandtickets Schule durch Eltern als zu hoch kritisiert worden. Mit den Preisanhebungen des Deutschlandtickets wurde auch dessen „Schulvariante“ teurer. Es kostet derzeit 43 Euro je Nutzer und Monat. Die Kommunalpolitik hat diese Diskussion aufgenommen und zur genannten Entscheidung geführt.
Derzeit ist geplant, im April über den Modellwechsel im Detail zu informieren, so dass rechtzeitig vor dem neuen Schuljahr die Chipkarten bei den Schülerinnen und Schülern vorliegen. Der oben genannt Beschluss des Rates der Stadt Köln betrifft jedoch nicht die Schulen anderer Schulträger in Köln.
- STA -
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Redaktion: Stephan Anemüller, Gudrun Meyer, Thorsten Moeck, Helge Neumann, Matthias Pesch, Dirk Rosin
Mitarbeit: Manuel Franke, Christian Seiter
Fotos: Stephan Anemüller, EYYES GmbH, Manuel Franke, Christian Seiter
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